CSD Bremen 2020 –

die größte diesjährige politische Demo Bremens

In diesem Jahr war alles anders. Wegen des Corona-Pandemie fand die Kundgebung – eine Malaktion – bereits am Freitag, 21.08.2020, auf dem Bahnhofsvorplatz statt. Es wurde eine riesige Regenbogenfahne im Format von 25 x 15 m mit Farbe, bestehend aus Kreide, Lebensmittelfarbe und Wasser, auf das Pflaster gemalt. Robert Dadanski, vom Vorstand des CSD Bremen e.V. sagte dazu: “Mit dieser Malaktion auf dem Bahnhofvorplatz können wir unsere politische Kundgebung durchführen, zahlreiche Menschen erreichen und dabei mit Abstand und Maskenpflicht Corona gar keine Chance lassen. Durch diesen Trick ziehen wir die Kundgebung in Abwesenheit der Menschen in die Länge, sodass sich die Menschen nicht alle zu einem Zeitpunkt auf den Kundgebungsplatz drängen müssen.“

 

 

Von einem guten Bekannten hörte ich leider von einem Vorfall, der mir gar nicht gefiel. Er war auf dem Weg zur Arbeit, als der den Bahnhofsvorplatz überqueren wollte. Zu der Zeit gab es gerade einen Wolkenbruch und hat dabei nicht gesehen, dass er dort die Regenbogenflagge betrat. Prompt wurde er von einem jungen, schwulen Akteur angepöbelt warum er die Flagge betritt. Er sei wohl homophob und zeige keinen Respekt. Mein Bekannter war von diesen Worten schockiert, zumal er viele Schwule in seinem Freundeskreis hat. Auch Heterosexuelle Menschen haben Respekt verdient und junge Schwule müssen sich Respekt erst Mal verdienen. So kann man keine Akzeptanz von der Bevölkerung bekommen.

Am Samstag. 22.08.2020, fand dann die eigentliche Demo statt. Es wurde die größte politische Demonstration in Bremen in diesem Jahr. Angeführt wurde die Demo wegen Corona unter eingeschränkten Bedingungen von einer Samba-Gruppe sowie Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte.

 

Mit 4.000 Teilnehmern war die CSD-Demo trotz der Corona bedingten Einschränkungen wohl die größte ihrer Art in Deutschland. Auch die Regeln Anstand halten, Nase-Mund-Masken tragen, keine Musik, kein Alkohol und keine geschmückten LKWs konnten die vielen LGBT-Menschen nicht davon abhalten an die Demo teilzunehmen. Die Abkürzung LGBT steht für die englischen Bezeichnungen lesbian (lesbisch) und gay (schwul) sowie bi- und transsexuell.

 

 

Nach rund 75 Minuten Fußweg war die Demo zu Ende. Die Teilnehmer des Umzugs mussten sich möglichst schnell zerstreuen. Es gab keine Abschlusskundgebung, keine Reden, keine Musikwagen und keine anschließende Party. Trotz Allem war es ein sehr langer Umzug mit dem Motto: "Liebe siegt gegen Hass"

Laut Robert Dadanski haben in Bremen homofeindliche Äußerungen aus evangelikalen Gemeinden und Berichte über Diskriminierungen eines transsexuellen Schülers an einer Bremer Schule in jüngster Zeit deutlich gemacht, dass die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe noch längst nicht gesellschaftlicher Konsens ist. "Kein CSD wegen Corona, war darum keine Option", sagt er. "Niemand soll sich verstecken müssen", fordert ein Schild des Demonstrationszuges.

 

Von unserer Gruppe waren auch dieses Jahr einige Männer dabei. Bei den Bedingungen nicht so viele wie gewohnt, doch mehr als erwartet. Viele waren durch das Tragen der Masken mitunter auch schwer zu erkennen. Nach dem großen Erfolg des diesjährigen CSDs unter den erschwerten Bedingungen hoffen wir, dass es im nächsten Jahr Ende August wieder normal sein wird so zu demonstrieren wie wir es wollen. Auf eine baldige Corona freie Zeit . . .

 

 

Erstellt im August 2020

 

 

Norbert


10 Jahre ANS ANDERE UFER?!

Am 10.08.2010 hat sich die Gruppe ANS ANDERE UFER?! zum ersten Mal getroffen. Die ersten Schritte waren noch etwas holprig, doch schnell wurde die Gruppe zum Selbstläufer. Dank Internet und eigener Homepage wurden wir als Gruppe immer bekannter. Vielen Männern, die Probleme mit ihrem Coming-Out hatten, konnte in dieser Zeit geholfen werden. Viel ist passiert in dieser Zeit: Mit vielen Höhen und Tiefen. Man kann gar nicht alles aufzählen, aber alle größeren Ereignisse sind auf unserer Homepage nachzulesen.

 

 

Trotz der schwierigen Zeiten, in der wir uns wegen Corona befinden, wollten wir es wagen uns wiederzusehen. Vier Treffen waren bisher wegen der Pandemie ausgefallen – April, Mai, Juni, Juli. Das hatte es noch nie gegeben. Bisher hatte noch jedes Treffen in diesen 10 Jahren stattgefunden. Leider konnten wir nicht ins Rat und Tat Zentrum. Im Gruppenraum durften nur maximal 10 Gruppenmitglieder teilnehmen. Wen hätten wir absagen sollen?

Am 11.08.2020 war es trotz aller Widrigkeiten soweit. Wer zum Treffen kommen wollte, sollte sich vorher bei uns schriftlich per E-Mail oder Whatsapp anmelden. Dadurch dass gerade Urlaubszeit war bzw. man andere Termine wahrzunehmen hatte, waren es letztendlich elf Männer, die sich die auf den Weg machten, um mal wieder miteinander zu reden.

 

Es war ein sehr schöner Sommertag. So konnten wir unter einem sehr großen Sonnenschirm bei uns (Helmut und ich) an zwei Tischen Platz nehmen. Alles mit genügend Abstand, ohne viele Umarmungen und Küsschen links und rechts. Die Geselligkeit kam trotzdem nicht zu kurz. Wir hatten uns alle viel in dieser lauen Sommernacht zu erzählen. Aktuelles und Vergangenes waren unsere Themen. Oft hörte man die Frage: “Mensch, wo ist die Zeit geblieben?”

 

Langweilig war es in den 10 Jahren nie. Jeder Gruppenabend war anders. Es kamen neue Männer, angemeldet oder unangemeldet, andere blieben irgendwann weg. Viele haben uns lange Zeit begleitet, mancher war nur einmal bei uns. Ein Jeder nach seinen Bedürfnissen und Problemen.

 

Nun hoffen wir, dass das nächste Treffen im September stattfinden kann – wo auch immer. Wir hoffen auf wieder mehr Normalität, bleiben zuversichtlich und gesund.

 

 

Norbert

 

 

Erstellt im August 2020


Liebe kennt

keine Nationalität, keine Religion, keine Grenzen

Selten genug wird etwas Positives über eine schwule Liebe in den Medien berichtet. Oft hört man nur von Hass, Gewalt, Ausgrenzung. Eine neue 15-minütige Reportage, die Ende Mai 2020 im WDR-Fernsehen gezeigt wird, beginnt auch mit Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Doch am Ende finden zwei Männer ihre große Liebe.

 

Zum Inhalt:

 

Im Fitnessstudio haben sich die beiden Männer kennengelernt, mit der Liebe ging es dann sehr schnell. Nach einem Jahr haben Ibrahim und Benjamin im November letzten Jahres geheiratet.

 

Ibrahim war vor vier Jahren aus dem Libanon nach Deutschland geflohen, da er als Homosexueller in seiner Heimat nicht frei leben konnte. Sein schlimmstes Erlebnis: Er wurde von homophoben Männern aus dem dritten Stock durchs Fenster geworfen. Wie durch ein Wunder überlebte er den Sturz, war monatelang im Krankenhaus.

 

 

Auch seine Familie will nichts von ihm wissen, von seinem Vater wurde er geschlagen, als der erfahren hatte, dass sein Sohn Männer liebt. Trotzdem vermisst Ibrahim seine Familie sehr: „Ich bin traurig und enttäuscht, wenn ich sehe, wie Bens Familie unsere Hochzeit unterstützt und von meiner Familie kommt gar nichts.“ Die deutsche Familie seines Verlobten, habe ihn sofort herzlich und ohne Umstände aufgenommen. Das sei ein großer Trost für ihn, sagt Ibrahim. Mit ihnen habe er eine neue Familie gefunden. Inzwischen engagiert sich Ibrahim für die Rechte homosexueller Flüchtlinge in Deutschland.

Ein Film für WDR4You von Janina Werner. Dieser Film wurde im Jahr 2020 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seit dem nicht aktualisiert.

 

 

Erstellt im April 2020

 

 

Norbert


Queeres Leben in Zeiten von Corona

HIV ist für viele schwule Männer kein Thema mehr. An AIDS muss keiner mehr sterben. Das ist gut so. Als in den 80er Jahren HIV auf den Höhepunkt war, konnten die Männer sich mittels Kondom schützen. Das soziale Leben ging weiter. Man(n) hatte weiterhin Sex, traf sich in Bars und Clubs. Die CSD-Demos wurden immer zahlreicher und die Teilnehmerzahlen stiegen. Und heute? Das queere Leben ist fast auf den Nullpunkt. Alle Gaststätten haben bis auf weiteres geschlossen. Bars und Clubs ebenso. Alle Veranstaltungen sind abgesagt worden. Soziales Leben findet auf dieser Ebene nicht mehr statt. Einzig im Internet können wir noch in den bekannten Chatrooms kommunizieren bzw. uns im Videochat sehen. Wenn man nicht gerade einen Partner hat, ist körperlicher Kontakt so gut wie ausgeschlossen. Damit umzugehen fällt vielen von uns sicher sehr schwer. Selbst wenn die Kontaktsperren bald gelockert werden sollten, wird es noch lange dauern bis sich „normales“ Leben wieder einstellt. 

So sind alle Großveranstaltungen bis zum 31.08 2020 wegen der Corona-Pandemie in Deutschland untersagt worden. Das betrifft nicht nur „des Deutschen liebstes Kind“ die Fussball-Bundesliga, sondern auch die zahlreichen CSD-Paraden und der dazugehörigen Veranstaltungen. In den Städten Berlin, Hamburg, Köln sind die CSD-Veranstaltungen und die Demos bereits abgesagt worden. Vom CSD Nordwest in Oldenburg und vom Bremer CSD sind noch keine Absagen bekannt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die vorgesehenen Termine wahrgenommen werden können. Und selbst wenn, wie soll alles so kurzfristig organisiert werden? Wir werden so gesehen, möglicherweise, ein CSD-freies Jahr haben.

 

Das Arbeiten in der Beratung des Rat + Tat Zentrums ist durch Corona ebenfalls erschwert. Die Berater schreiben dazu:

 

Wir sind für Euch da! - Beratung trotz Corona

Auch wenn wir derzeit für persönliche Besuche unsere Beratungsstelle, das Café und die Gruppenräume geschlossen haben, sind unsere Beratungsangebote weiterhin für Euch erreichbar.

Für Terminvereinbarungen und dringende telefonische Beratungen erreicht ihr die Beratungsstelle unter der bekannten Rufnummer 0421 / 704170 an folgenden Tagen:

Mo, Mi, 11:00 - 13:00 Uhr und Di, Do, 15:00 - 17:00 Uhr.

Ihr könnt auch gerne den Anrufbeantworter oder die E-Mail-Adresse Beratung@ratundtat- bremen.de nutzen.

Wir führen jeden Tag individuell vereinbarte Telefontermine durch und arbeiten zusätzlich an der Einrichtung einer Videoberatung.

Vielen Dank für Euer Verständnis. Wir wünschen Euch für die nächste Zeit alles Gute!

 

Ob wir uns im Mai auf dem Gruppenabend treffen dürfen steht noch in den Sternen. Aber wir bleiben diesbezüglich zuversichtlich und hoffen das Beste. Aktuelles dazu wird immer auf der Startseite bekannt gegen. Bis dahin hoffen wir, dass ihr alle gut durch die schwierigen Zeiten kommt.

 

 

Norbert 

 

Erstellt im April 2020


Spätes Coming-Out:

Papa ist schwul – und jetzt?

Wenn Papa sich als schwul outet, dann ist das eine Herausforderung für die gesamte Familie. Wie gehen Töchter und Söhne mit dieser Situation um?

Es ist für einen Vater ser schwer sich als schwul zu outen. Ungewiss sind die Reaktionen der Kinder, ob noch minderjährig oder bereits erwachsen. Nachdem ein Vater sich zu einem Gespräch durchgerungen hat, stellt er fest, dass die Reaktionen ganz anders ausfallen als von ihm erwartet. Es gibt viele Väter, die sich bereits ein klassisches Familienleben aufgebaut haben und sich erst spät dazu entscheiden können zu ihrer Homosexualität zu stehen.

 

In den vergangenen Jahren hat sich gesetzlich und gesellschaftlich einiges getan, was die Anerkennung von Homosexualität angeht. So fassen immer mehr Schwule Mut sich zu outen. Oft ist der erste Weg für eine Beratung das Rat + Tat Zentrum oder man wendet sich gleich an unsere Gruppe ANS ANDERE UFER !? Beratungen mit spätem Coming-Out haben in den letzten Jahren zugenommen - trotz Internet, trotz rechtspopulistischen Strömungen. Die Gleichstellung ist im Gange und die Akzeptanz nimmt zu.

Der schwule Vater hat oft große Angst, dass sein Kind ausgeschlossen wird, nicht mehr dieselben Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten hat und dass man das Kind verletzt. Die Trennung von der Ehefrau ist dabei ein weiterer großer Knackpunkt. Man muss zwei Ebenen auseinander halten: die Ebene der Liebesbeziehung und die der Elternschaft. Was sich bei einem Coming-Out auflöst ist die Ebene der Liebesbeziehung. Die Kunst ist dann, die Ebene der Elternschaft so liebevoll und wertschätzend wie möglich zu gestalten. Trotz aller Verletztheit von Seiten der Ehefrau ist es wichtig bei der Trennung nicht den Blick auf die Kinder zu verlieren. 

 

Sowohl im Trennungsprozess als auch bei der Verarbeitung der schwulen Offenbarung durch den Partner wird häufig die verletzte und verlassene Ehefrau das Zepter in den Entscheidungen über Sorge-, Wohn- und Umgangsrecht übernehmen. Dabei ist zu erwähnen, dass auch Trennungen im heterosexuellen Bereich ähnlich verlaufen können. Kinder werden dann Szenarien und Vorwürfe schildern, die sie von den betreuenden Müttern gehört und übernommen haben. Das kann dazu führen, dass ein Kind den Vater, mit dem es nicht mehr zusammenlebt, ablehnt. Um dies zu vermeiden, dürfen Gefühle wie Wut, Angst, Kränkung oder Rachegefühle der Mutter und Ehefrau nicht mit dem Kind in Kontakt kommen.

 

Kindern ist die Sexualität ihres Vaters egal, es ist eigentlich nie ein großes Thema. Was den Kindern allerdings zu schaffen macht, ist die Trennung der Eltern. Wichtig ist für die Kinder, dass die Eltern zu Gesprächen bereit sind – egal in welchem Alter sich die Kinder befinden. Wichtig ist es für die Kinder – besonders für Kleinkinder – zu sehen wie Geschwister oder Großeltern auf das Coming-Out des Vaters reagieren. Für die Kinder brauchen die Eltern Geduld – die Kinder haben auch eine Art Coming-out zu durchlaufen. Wenn sich die Familie dem Coming-Out-Prozess stellt und Kinder wissen, dass ihre Eltern ihre Eltern bleiben, können gerade Kinder aus spät-geouteten Regenbogenfamilien eine positive Haltung zu etwas anderen Familienstrukturen aufbauen und fühlen sich oft beschenkt.

 

Wenn die Eltern das Wohl ihrer Kinder im Auge behalten, werden alle trotz Schmerz und Verlust gut durch die Phase des Coming-Outs und der Trennung kommen. Die Kinder werden gestärkt und aus ihnen werden selbstbewusste Erwachsene.

 

 

Norbert

 

 

Erstellt im April 2020


Danke! Du bist Waldschlösschen

Die Akademie Waldschlösschen war wegen des Corona-Viruses in ihrer Exsistenz bedroht. Der Spendenaufruf zum Weiterbestehen des Waldschlösschens erbrachte in wenigen Tagen das Ziel von 74.000 €. Mehr als 600 Spender*innen haben durchschnittlich je 120 € für das Haus lockergemacht. Sonst finanziert sich das Haus hauptsichächlich aus den dort stattfindenden Seminaren.

 

In einem Video bedanken sich die Mitarbeiter*innen für die Unterstützung durch die Community, denn nun ist man zuversichtlich, dass es mit der Akademie Waldschlösschen weitergeht.

 

Das „Waldschlösschen“ sagt dazu:

 

Wir sind Waldschlösschen! Du bist Waldschlösschen! DANKE!! Die Resonanz auf unsere Bitte um Hilfe ist wunderbar - und wir sind sehr glücklich darüber. Damit hatten wir so nicht gerechnet. Nun können wir wieder viel optimistischer sein, dass wir die nächsten zwei Monate „überstehen“. Auch wenn der größte Teil des Personals nun Kurzarbeit machen muss, ein Teil der Personal- und natürlich die festen Kosten für Gebäude etc. fallen ja beständig weiterhin an. Niemand weiß zur Zeit, wann auch ein nur halbwegs normaler Betrieb des Waldschlösschens wieder möglich sein wird. Trotzdem sind wir alle im Waldschlösschen sicher - und entschlossen: Unsere Arbeit wird eine Zukunft haben! Wir sind Waldschlösschen! Du bist Waldschlösschen! DANKE!!

 

 

Norbert

 

 

Erstellt im April 2020


Auf der anderen Seite des Regenbogens

Freud und Leid liegen oft dicht beieinander. Noch am 6. Dezember 2019 haben Martin und Karsten ihre wundervolle Hochzeit gefeiert, heute (05.04.2020) mussten wir erfahren, dass Karsten auf die andere Seite des Regenbogens hinüber gegangen ist.

Wir haben Karsten auf der Feier zu Martins 50. Geburtstag kennen gelernt. Wann immer wir als Gruppe etwas unternommen hatten, war Martin mit Karsten dabei, ob beim Adventskaffee, bei Kohlfahrten oder anderen Gelegenheiten. Selbst als die beiden in Hagen (NRW) ihr erstes gemeinsames Heim gefunden hatten, fanden sie immer wieder den Weg nach Bremen. 

 

Karsten hatte noch so viel vor. Ein Wunsch wurde ihm zum Schluss noch erfüllt: Das Musical „Tina Turner“ durfte er noch in Hamburg erleben. Seinen 43. Geburtstag leider nicht mehr.

 

Wir haben Karsten an der Seite von Martin als einen liebenswerten Menschen kennen lernen dürfen – dafür sind wir dankbar.

 

Dir, lieber Martin, wünschen wir viel Kraft in dieser schweren Zeit. Leider können wir dich nicht spontan besuchen – der Coronavirus hat etwas dagegen. Aber eins ist gewiss: Wir denken an dich und drücken dich in Gedanken.

 

Karsten hat dir,  Martin, auftragen das Lied von Sarah Connor „Das Leben ist schön“ an uns alle zu senden. Das Video dazu befindet sich am Ende des Textes. Danach kommt mein Video für Karsten: Niemals geht man so ganz – von Trude Herr, Wolfgang Niedecken & Tommy Engel.

 

 

Norbert

 

Erstellt im April 2020


Waldschlösschen in Not

In den Zeiten von „Corona“ geht es Privatpersonen und vielen Arbeitgebern nicht gut. So muss nun auch die Akademie Waldschlösschen in Gleichen bei Göttingen „den Gürtel“ enger schnallen.

 

Deshalb gibt es jetzt einen Hilferuf von Rainer Marbach, einem der Gründer der Akademie Waldschlösschen:

 

Aufgrund von Corona stellt sich für das Waldschlösschen nach Komplettausfall von Einnahmen aus dem Bildungsbetrieb in spätestens zwei Monaten die Existenzfrage. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen, um die nach meiner Einschätzung viele Monate andauernde „Durststrecke“ zu überstehen; denn selbst wenn die behördliche Schließung der Einrichtung irgendwann wieder aufgehoben wird, wird es sehr lange dauern, bis Menschen sich wieder für Seminare anmelden werden.

In der Anlage findet Ihr unseren Spendenaufruf, den ich Euch bitte, soweit wie möglich zu streuen.

Und noch ein Hinweis: wenn jemand von Euch zum Erhalt des Waldschlösschen mit einer Spende beitragen möchte, dann nutzt bitte (wie auch im anliegenden Spendenaufruf angegeben) das Spendenkonto des Fördervereins, das ist beim Stand der Spendenkampagne sinnvoll:

Förderverein Stiftung Akademie Waldschlösschen
IBAN: DE44 2605 0001 0023 0014 80

 

Wer sich weiter über die Akademie Waldschlösschen und dessen Seminarprogramme informieren möchte, kann das unter folgendem Link:

https://www.waldschloesschen.org/de/

 

 

Norbert

 

 

Erstellt im April 2020

 

Download
Spendenaufruf
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Microsoft Word Dokument 43.1 KB

. . . und hier ist ein Video zur Akademie Waldschlösschen:


Der Wünschewagen

Kurz nach der wunderschönen Hochzeitsfeier von Karsten und Martin hatten wir, Helmut und ich, von der schweren Erkrankung von Karsten gehört. Das hat uns alle sehr traurig gemacht, auch in der Gruppe, als ich davon berichtete.

Nun ist Karsten ein großer Herzenswunsch erfüllt worden. Er wollte in seinem Leben noch das Musical „Tina – Das Musical“, welches in Hamburg aufgeführt wird, sehen. Dieser Wunsch ist ihm nun vom ASB (Arbeiter Samariter Bund) mit dem Wünschewagen erfüllt worden. Wir haben uns mit Karsten sehr darüber gefreut.

Auf Facebook ist über diese Tour nach Hamburg vom ASB berichtet worden. Leider ist uns der Autor unbekannt. Allerdings ist der Bericht von Karstens Ehemann Martin kommentiert worden. Dieser Bericht und der Kommentar sprechen für sich. Ich habe dem nichts mehr hinzu zu fügen . . .


Ein letzter Musical-Besuch . . .

Der 42-jährige Karsten aus Hagen ist an Magenkrebs erkrankt und wird in Kürze in ein Hospiz ziehen. Als riesengroßer Musical-Fan, der bereits nahezu alle Shows gesehen hat, fehlte ihm nur noch das „Tina – Das Musical“. So lautete sein großer Wunsch: Noch einmal mit dem Ehemann nach Hamburg und bei den Welthits von Tine Turner den Alltag ein paar Stunden vergessen . . .

 

Für unsere Wunscherfüller Peter, Andre und Michael aus Essen war dies selbstverständlich ein „Auftrag“, den sie sehr gerne übernahmen. Am 6. März war es soweit und es ging von Bochum, wo Karsten zu der Zeit in einer Klinik behandelt wurde, in die Hansestadt! Die Vorfreude der Eheleute war riesengroß und so gab es bei Fahrtantritt noch einen Prosecco aus der Krankenhauskantine . . .

Guten Mutes, innerhalb von drei bis vier Stunden das Ziel zu erreichen, machte sich die Gruppe im Wünschewagen auf den Weg. Leider erschwerte jedoch ein rund zweistündiger Stau die großzügige Planung und das Operettenhaus wurde erst kurz vor Beginn der Show erreicht. Dank einer Sondergenehmigung der Polizei Hamburg durfte der Wünschewagen direkt vor dem Theater parken und es klappte alles pünktlich auf die Minute – vielen herzlichen Dank an dieser Stelle für die tolle Unterstützung!

 

Karsten genoss das Musical zusehends und konnte tatsächlich jeden Song mitsingen! Im Anschluss ließen alle den wunderbaren Abend auf der Reeperbahn ausklingen. Am nächsten Tag ging es mit weniger Stau zurück nach Bochum . . .

Karstens Ehemann schickte im Anschluss an die Wunschfahrt folgende Nachricht an unsere Wunscherfüller im Ruhrgebiet:

. . . Ich möchte mich über diesen Weg noch einmal ganz recht herzlich bedanken, dass uns, meinem Mann Karsten und mir, die Tour mit dem Wünschewagen ermöglicht wurde.

Ein ganz besonderer Dank gilt unserer Begleitung und Betreuung durch Peter, Andre und Michael.

Ich hatte zwar gedacht, dass man sich um uns kümmert, habe aber nicht erwartet, dass wir ja einen ‚Rundumservice‘ mit Betreuung und Übernahme aller Kosten – Fahrt, Karten, Übernachtung und Verpflegung – erhalten. Für alles ein ganz großes Dankeschön!

Ich bin im Moment selber ehrenamtlich in einer Freiwilligen Feuerwehr tätig. Solange ich nicht in Rente bin, werde ich dort weiterhin aktiv sein. Sobald ich aber in Rente gehe, ist auch der aktive Dienst in der Feuerwehr beendet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dann so eine Aufgabe, wie sie die Wunscherfüller gemacht haben, zu übernehmen und behalte das auf alle Fälle im Hinterkopf.

Die ganze Sache hat einen derart nachhaltigen Eindruck hinterlassen, was man für Menschen tut, die in ähnlichen Situationen wie Karsten und ich stecken! Sie werden auf alle Fälle in einigen Monaten wieder von mir hören.

Ganz lieben Gruß auch nochmal an Peter, Andre und Michael . . .“


Norbert

 

Erstellt im März 2020